Belichtungszeit der Lochkamera berechnen
Deine Hälfte des Negativs bekommt genau eine Belichtung. Damit sie sitzt, wählst du drei Dinge: Jahreszeit, Tageszeit und Licht. Blende und Papierempfindlichkeit sind bei dieser Kamera fest, darum reichen dem Helfer diese drei Angaben für die Belichtungszeit deiner Lochkamera.
Both In Time · ISO 5 · f/90 · Richtwerte, kein Belichtungsmesser.
Wie lange belichtet man mit einer Lochkamera?
Mit der Both In Time Kamera belichtest du an einem sonnigen Sommermittag rund 5 Sekunden, bei bedecktem Himmel rund 20 Sekunden. Drinnen am Fenster werden daraus Minuten: Das Fotopapier ist langsam, und durch ein Loch von 0,3 mm kommt nur wenig Licht.
Draußen gilt eine einfache Regel. Morgens und abends brauchst du etwa viermal so lange wie mittags. Im Frühling und Herbst verdoppelt sich die Zeit gegenüber dem Sommer, im Winter vervierfacht sie sich. Und jede Stufe in der Lichtliste, von strahlender Sonne bis Schatten, verdoppelt sie noch einmal. Drinnen rechnet der Helfer mit kleineren Unterschieden zwischen Jahreszeiten und Tageszeiten.
Nach oben gibt es bei einer Lochkamera kaum eine Grenze. Die längste einzelne Belichtung von Przemek Zajfert, dem Fotografen hinter dieser Kamera, lief acht Jahre, von 2006 bis 2014 an der Münchner Freiheit in München. Für deine Hälfte des Bildes reichen Sekunden bis Minuten.
Warum drei Angaben reichen
Bei einer normalen Kamera misst du das Licht und stellst dann Blende und Zeit ein. Hier ist beides schon entschieden: Das Loch ist die Blende, und das Fotopapier ist immer dasselbe. Der Helfer rechnet deshalb mit festen Werten, f/90 und ISO 5, und übrig bleibt nur die Zeit. Er schätzt das Licht aus Jahreszeit, Tageszeit und Situation und rechnet daraus die Sekunden. Ein Belichtungsmesser ist er nicht: Wenn Wolken kommen und gehen, zählt, was der Himmel gerade tut.
Die Zeit, die du hier bekommst, schreibst du nach dem Belichten unter dein Loch, zusammen mit Datum und Ort. So weiß die zweite Person, wie deine Hälfte entstanden ist.
Schwarzschild-Effekt: wann du länger belichten musst
Ab etwa 30 Sekunden reagiert Fotopapier träger, als die Rechnung sagt. Der Helfer schlägt deshalb zwischen 30 Sekunden und 5 Minuten rund 50 % auf, darüber verdoppelt er den Wert. Die korrigierte Zeit steht jeweils unter dem Ergebnis.
Häufige Fragen zur Belichtungszeit der Lochkamera
- Wie lange belichtet man mit einer Lochkamera?
Bei ISO 5 und f/90 an einem sonnigen Sommermittag rund 5 Sekunden, bei bedecktem Himmel rund 20 Sekunden. Morgens, abends, im Winter und drinnen dauert es deutlich länger, am Fenster sind es Minuten.
- Wie berechne ich die Belichtungszeit einer Lochkamera?
Zeit in Sekunden = Blendenzahl² ÷ 2^(Lichtwert + log2(ISO/100)). Mit f/90 und ISO 5 ergibt ein sonniger Sommermittag, Lichtwert 15, rund 5 Sekunden.
- Brauche ich ein Stativ?
Ja. Der Helfer rät bei jeder Zeit zum Stativ, ab 5 Minuten ist es unverzichtbar. Eine feste Unterlage geht auch, denn jede Bewegung landet als Unschärfe auf dem Papier.
- Kann ich bei Lampenlicht belichten?
Besser nicht. Kunstlicht hat eine andere Farbtemperatur und Stärke als Tageslicht, und Fotopapier reagiert darauf unberechenbar. Der Helfer zeigt dir einen Richtwert, rät aber ab.